Vor kurzem befand sich der neue Rammstein-Song – wie bereits berichtet – auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Damit ist in diesem Fall der Trick einen gezielten Tabubruch zu provozieren, in dem man an anstößiges Video produziert, vollkommen aufgegangen. Gitarrist Richard Kruspe äußerte sich in einem Interview mit der Welt zum Erfolg der Single: “Jede andere Band hätte gesagt: Einen Porno können wir nicht drehen, das wird ja nie im Musikfernsehen gezeigt. Ich habe gehört, dass es so innerhalb von zwei Wochen über zwei Millionen Menschen gesehen haben. Es gibt also auch andere Wege, man muss sich nicht immer verbiegen.” Die Welt selbst schlußfolgert in einem zugehörigen Artikel: “Die Gruppe hecke unermüdlich widerwärtige Provokationen aus, um sich auf Kosten von Moral und Anstand zu bereichern. Da ist etwas dran.” Dennoch sieht die Welt der Effekt als verfehlt an, da die Boulevard-Journalisten eher empört berichtet hätten, statt das “sexy Video” zu feiern. Die Verkaufszahlen allerdings sprechen eine andere Sprache. Verstärkt wurde der verkaufsfördernde Effekt noch dadurch, dass man eines der Bandmitglieder mit einem Frauenkörper zeigte, wodurch nicht nur diskutiert wurde, ob man so ein Video überhaupt machen darf, sondern auch darüber, ob überhaupt wirklich die Bandmitglieder zu sehen sind oder diese gedoubled wurden.
Und selbst dabei gehen die Meinungen auseinander. Wie die Taz berichtet, sagte Gitarrist Paul Landers der FAZ, man habe in einem Berliner Bordell gedreht und die Bandmitglieder mussten nacheinander “ran”. Shortnews berichtet inzwischen, dass das Video zur neuen Rammstein Single Pussy, die vor wenigen Wochen erschienen ist – wie bereits vermutet – nur ein PR-Gag war. Dabei bezieht sich der Kurznachrichtendienst auf einen Blogeintrag bei zweinullig.de. Dort wird passend zusammengefasst: “Manchmal braucht es keine tolle Melodie oder keine sinnvolle Texte um mit einem Lied die Charts zu stürmen. Viel wichtiger ist heutzutage, dass man seinen Song richtig vermarktet und promotet.” Leider ohne weitere Quellenangaben. Treffender wird da die schweizerWebseite 20min.ch: Drummer Christoph Schneider, berichtete dem Dienst, dass die Band den Akt nur gespielt habe: “Wir lieben nun mal die Provokation. Ausserdem hatten wir keinen Sex. Wir haben nur so getan, als ob.”
Welcher der Musiker nun Recht behält bleibt offen, dass jedoch eines der Bandmitglieder in dem Video als Frau gezeigt wird, legt den Schluß einer Montage und gedoubleten Szenen durchaus nahe. Das zugehörige Album Liebe ist für alle da ist am vergangenen Freitag erschienen. In wenigen Tagen wissen wir, ob sich die Provokation/Promoaktion auch auf dessen Verkaufszahlen ausgewirkt hat.
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