Archive for the ‘Allgemeinwissen’ Category

Deutschland von oben oder Tierdoku?

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nach der ersten Sendung von Deutschland von oben zum Thema “Stadt” sehr begeistert war. Umso enttäuschter war ich aber von der heutigen Ausgabe zum Thema “Land”. Anstatt uns beeindruckende Bilder von Deutschland zu präsentieren, konzentrierte sich dieser Teil der Reihe – entgegen der Ankündigung – auf die Dokumentation des Lebens von Steinadlern in den Alpen, Storchen, Zugvögeln und der Suche nach Rotwild. Lediglich ein paar kurze Szenen zu Stau, dem Flughafen, Landwirtschaft und Elbe passten thematisch ins Bild. Thema verfehlt. Setzen, sechs! Meiner Meinung nach passt das prima in Tierdokumentationen, wenn aber unbekannte Einblicke in das Land und die Landschaften versprochen werden, diese dann aber nur am Rande als Füllmaterial verwendet werden, ist das sehr schade. Bleibt zu hoffen, dass der dritte Teil wieder so gut wird, wie der Erste.

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Deutschland von oben

Durch Zufall bin ich gestern über die neue Terra-X-Serie im ZDF gestoßen. “Deutschland von oben” zeigt beeindruckende Bilder nach dem Vorbild des BBC-Formats “Britain from above”. Die Idee ist dementsprechend nicht neu, aber die Bilder sind nicht weniger faszinierend. Die erste Folge ist in der ZDF-Mediathek verfügbar. Folge zwei läuft am 30. Mai, Folge drei am 6. Juni. Eine DVD dazu ist geplant – ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

Deutschland von oben:

Britain from above:

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ANZAC Day

Der 25. April ist tiefverwurzelt im gesellschaftlichen Gedächtnis der Australier und Neuseeländer. Traditionell begehen sie an diesem Tag den ANZAC Day – einen der wichtigsten Feiertage des Landes. Am 25. April 1915 traten Soldaten aus Australien, Neuseeland und Tongo, dem ANZAC (Australian New Zealand Army Corps),  ihren ersten Einsatz im 1. Weltkrieg an – Die Landung in Gallipoli. Eine Operation, die schrecklich fehlschlagen sollte (insgesamt werden die Verluste auf 500.000 geschätzt) aber die Identität der Nationen festigte. In den 80er Jahren wurde die Operation auch in dem Film “Gallipoli” mit Mel Gibson behandelt. Durch die Songs “The Foggy Dew” und “And the Band played Waltzing Matilda” ist die Kampagne im englisch-sprachigen Raum auch in der Musikkultur bekannt geworden.

Sowohl für das Osmanische Reich und die spätere Türkei, als auch für das Britische Empire hatte die Schlacht Folgen. Einer der tragenden Köpfen hinter der allierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944, Winston Churchill, wurde als Lord of the Admirality abgelöst – da die Landung auf Gallipoli, die auf seine Initiative gestartet worden war, ein unglaublicher Fehlschlag war. Mustafa Kemal, Befehlshaber der osmanischen Truppen, stieg zum Nationalheld auf und sollte als Gründer der Türkei in die Geschichte eingehen – unter einem neuen Namen: Atatürk (Vater der Türken).

Heute gehört die Türkei zur Nato, und mit Großbritannien, Neuseeland und Australien befreundet. Der Schlacht von Gallipoli wird mit dem “Dawn Service” – eine Zeremonie zum Sonnenaufgang am 25. April gemeinsam gedacht. Im Jahr 1934 fand Mustafa Kemal Atatürk die passenden Worte:

“Those heroes that shed their blood and lost their lives…
You are now living in the soil of a friendly country. Therefore rest in peace. There is no difference between the Johnnies and the Mehmets to us where they lie side by side here in this country of ours…
You, the mothers, who sent their sons from faraway countries wipe away your tears; your sons are now lying in our bosom and are in peace, after having lost their lives on this land they have become our sons as well.”

Atatürk, 1934

Lest we forget.

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Grenzwissenschaften: Nibiru und die Erdbeben

Vor einiger Zeit habe ich ja bereits über Nibiru geschrieben. Mit den jüngsten Erdbeben in Haiti, in Chile und in der Türkei kommen nun immer neue “Argumente”, dies seien die ersten Vorboten von Nibiru: Erdbeben, Pole-Sift, Unheil und Weltuntergang. Wie Florian Freistetter gewohnt unterhaltsam schreibt, ist das schlichtweg falsch. Im statistischen Mittel ist kein signifikanter Anstieg von Erdbeben zu verzeichnen – tatsächlich gibt es pro Jahr um die 30.000 Erdbeben.

Sehr schön ist auch diese Aussage:

Mit den Erdbeben ist das so eine Sache. Bei Esoterikern und Pseudowissenschaftlern sind sie sehr beliebt. Sie passieren immer wieder und – in unterschiedlichen Stärken – treten quasi überall auf der Erde auf. Wer also Erdbeben vorhersagt, kann sich ziemlich sicher sein, dass seine “Vorhersage” dann auch eintrifft.

Weitere Infos bei Astrodictum Simplex.

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Grenzwissenschaften

Seit der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert versucht der Mensch Naturphänomene nicht mehr mit der göttlichen Gegenwart oder Gottes Willen zu erklären, sondern versucht vielmehr mittels Naturwissenschaft – insbesondere der Physik – die Welt zur erklären. Mir scheint es manchmal, als würden viele Menschen eben jene präsente Göttlichkeit zu vermissen. Und da die Kirche in der heutigen Zeit aufgrund der mangelnden Beweise sowie aufgrund kontroverse Positionen – z.B. zu Verhütung und Aidsprävention – ihre Meinungsführerschaft eingebüßt hat, müssen nun andere zur Erklärung herhalten: Außerirdische.

Als Beispiel für die Ankunft Außerirdischer auf der Erde werden häufig die Pyramiden in Ägypten herangezogen. Den alten Ägyptern wird dabei nicht die Fähigkeit zugesprochen, diese Bauwerke zu errichten. Ich möchte in weiteren Blogeinträgen gerne weitere Beispiele anführen. Positionen von Däniken und anderen Grenzwissenschaftlern diskutieren und werde gleichzeitig versuchen, ein paar wissenschaftliche Position gegenüber zu stellen. Zum leichten, humorvollen Auftakt eine kurze Betrachtung des Themas von Joe Rogan. Er erläutert darin u.a. seine Sicht wie die Pyramiden entstanden und was das für die heutige Gesellschaft bedeutet.

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Wie weit ist es bis zum Horizont?

Wie oft habe ich als kleines Kind am Rand der Stadt gestanden und über die Felder zum Horizont geblickt – auf die Burg, die im nächsten Dorf auf dem Hügel trohnte, und die auf der Verpackung des Grafschafter Goldsafts in ganz Deutschland zu sehen ist. Oder am Meer, wenn man in die Unendlichkeit blickt – so schien es mir zumindest. Und ein Lied sagt auch so treffend: Wo blau und blau sich treffen, kommt man trotzdem niemals an. Umso ernüchternder, wenn man sich einmal die Mühe macht, herauszufinden, wie weit entfernt der Horizont eigentlich ist. Ich gebe zu, das ist nicht unbedingt sehr romantisch, aber dafür überrascht das Ergebnis umso mehr: Es ist gar nicht so weit.

Gehen wir davon aus, dass wir am Strand stehen und den Sonnenuntergang im Meer beobachten. Um nun herauszufinden, wo (für uns) die Sonne hinterm Horizont verschwindet bilden die Tangente von unseren Augen zur Erdkugel. Um die Länge zu bestimmen behelfen wir uns eines alten mathematischen Gesetzes: Des Satz des Pythagoras.

Dieser besagt, dass in allen ebenen rechtwinkligen Dreiecken die Summe der Flächeninhalte der Kathetenquadrate gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenquadrates ist. Als Gleichung ausgedrückt lautet er a2 + b2 = c2. a ist also die eben erwähnte Tangente zur Erdkugel. Die Seite b geht vom Horizont zum Erdmittelpunkt, entspricht also dem Erdradius – etwa 6.371.000,785 Metern. Die längst Seite, die Seite c, geht vom Erdmittelpunkt bis zu unseren Augen, entspricht also in etwa: 6.371.000,785 m + 1,75 m = 6.371.002,535 m.

Um a herauszufinden muss die Gleichung also umgeformt werden:
a2 + b2 = c2 | −b2
<=> a2 = c2 − b2 | √
<=> a = √(c2 − b2)

Jetzt gilt es nur noch die Zahlen einzusetzen.

a = √(c2 − b2)
a = √(6.371.002,5352 − 6.371.000,7852)
a = √(4,05896733*1013 – 4,0589651*1013)
a = √22.298.500
a = 4.722,128757
a ≈ 4.722,13

Das bedeutet also: Die Strecke a ist etwa 4.722 Meter lang – und das entspricht auch der Entfernung bis zum Horizont: knapp 5 Kilometer. Deutlich weniger, als ich früher dachte – und schon gar nicht die Unendlichkeit, die man sich am Meer vorstellt. Selbstverständlich variiert dieser Wert, wenn man auf einem Berg steht, denn dann müsste man die Seite c entsprechend verlängern.

Bei meiner Suche nach der Lösung zur Frage, wie weit es bis zum Horizont ist, bin ich übrigens auf dieses Video gestoßen. Leicht andere Werte, aber ein ähnliches Ergebnis:

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