Archive for December, 2009

Briefe von der Front…

…kennt man in erster Linie wohl aus dem ersten und zweiten Weltkrieg. Aber auch aus den Einsatzgebieten der Bundeswehr gibt es ebenjene Feldpost, die einen erstaunlichen Einblick in den Alltag der Soldaten gewähren. Wahrscheinlich detaillierter und aufschlußreicher als manchem hier in Deutschland lieb ist. Das SZ-Magazin hat ein paar davon hier zusammengefasst. Lesenswert.

Dazu eine Kostprobe, die meine Meinung zum ganzen Hickhack um den Einsatz bestätigt:

Was den Angriff auf die Tanklaster angeht: In Deutschland ist die Lage ziemlich seltsam, wie ich finde, die Politiker waschen ihre Weste rein und schieben die Schuld dem armen Oberst Klein zu – ohne deren Mandat wären wir nicht hier und Oberst Klein hätte nicht so eine Entscheidung treffen müssen. So stehen wir Soldaten als schießgeile Rambos da, und unser Ansehen leidet in Deutschland noch mehr. Das ist übrigens auch ein Grund für mich, die Bundeswehr zu verlassen – mir fehlt einfach der Rückhalt für unseren Beruf in der Gesellschaft. Das Thema sorgt jedenfalls für ziemliche Verwirrung bei den einfachen Soldaten, die nun noch weniger wissen, wie sie eigentlich handeln sollen, ohne direkt vors Tribunal gestellt zu werden.
Oberleutnant Eva Weber*, 28, derzeit in Masar-i-Scharif.

Und ein kleiner noch, weil Weihnachten ist:

Die amerikanische Majorin hat einen kleinen Christbaum zwischen ihren Schreibtisch und meinen gestellt, und ich hab einen Kalender mit täglicher Schokolade hinter dem Türchen, das ist gar nicht so schlecht. Das Support Element lässt einen Christbaum aus DEU einfliegen, wie alles bei der Bundeswehr hat sogar der Christbaum eine Versorgungsnummer – unsere Logistik ist der Hammer. Und der Bundeswehrverband hat jedem Soldaten im Einsatz einen Schokonikolaus versprochen, die Einsatzbereitschaft des deutschen Heeres ist somit sichergestellt.
Stabsoffizier Hermann West, 40, Kabul 2008.

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Zombieland

Der erste Weihnachtstag eignet sich hervorragend, um ins Kino zu gehen. Und was bietet sich da besser an, als ein Zombiefilm? So hatten wir uns in diesem Jahr entschieden Zombieland, das Regiedebut von Ruben Fleisher, anzusehen. In den USA hatte der Film innerhalb kürzester Zeit 60 Millionen Dollar eingespielt und gilt damit als bisher kommerziell erfolgreichste Zombiefilm – noch vom dem Dawn of the Dead Remake von Zack Snyder aus dem Jahr 2004.

Der Film behandelt das apokalyptische Thema einer Zombieepidemie in den USA. Eine typische Anti-Utopie. Leider werden die Verhältnisse in den anderen Staaten der Erde nicht explizit erwähnt. Es mag aber gut sein, dass dort ebenfalls Zombies herumvagabundieren. Die USA werden zumindest als “United States of Zombieland” vorgestellt. Nun aber zum Film selbst. Der Held des Films, dessen richtigen Namen man nicht erfährt – jeder wird nach seinem Herkunfts- oder Zielort benannt -, hört auf den Namen Columbus (nach der Stadt Columbus in Ohio) und wird gespielt von Jesse Eisenberg. Man könnte ihn als den typischen Nerd bezeichnen, der zuhause sitzt, World of Warcraft spielt, Pizza verschlingt, keine Freunde hat und von Frauen nur träumen kann. Durch seine Übervorsichtigkeit gelingt es im jedoch, nicht von Zombies gebissen zu werden – was ihm bei der ersten Begegnung mit einem Zombie allerdings nur knapp gelang. Auf dem Weg nach Columbus in Ohio trifft er auf Tallahassee, einen echten Draufgänger, der zwar kein direktes Ziel hat, aber schnell noch alle Twinkies essen möchte, bevor deren Verfallsdatum abläuft. Auf der Suche nach eben jenen Twinkies fallen die beiden im Supermarkt auf den Trick zweier Schwestern rein, die sich bereits vor der Epidemie mit Betrug durchgeschlagen haben. Trotz verschiedenster Komplikationen, die dies mit sich bringt, fahren alle vier gemeinsam nach Beverly Hills, in das Haus von Bill Murray, der einen hervorragenden Cameo-Auftritt bietet. Das große Finale spielt sich im fiktiven Freizeitpark Pacific Playland ab.

Besonderen Witz erhält der Film durch die 47 Überlebensregeln, von denen allerdings nur wenige Erwähnung finden. Aber immer, wenn eine dieser Regeln angewendet wurde, so erscheint sie irgendwo im Hintergrund. Somit wird das ganze zu einem gelungenen Running-Gag. Insbesondere die Spannungen zwischen Columbus und Tallahassee sowie zwischen den beiden Männern und den Schwestern geben regelmäßig Grund zum Lachen. Die Story ist an sich gut durchdacht, wenn auch das Finale im Freizeitpark gegenüber dem Rest des Films eher schwächelnd daher kommt.

Aufgrund der Effekte mit kotzenden, bluttriefenden, spuckenden Zombies ist der Film sicher nichts für zarte Gemüter, aber für Zombiefans auf jeden Fall ein Muss. Ich denke, wer Snyder’s Remake von Dawn of the Dead mochte, der wird diesen Film lieben. Ich habe vergangene Woche auch Avatar von James Cameron gesehen, der zwar mit vielen Effekten aufwartet, aber von der Story doch sehr einfach und voraussehbar ist. Keine Frage, die Story von Zombieland ist auch einfach – aber bei einem Zombiefilm erwarte ich auch nicht mehr. Avatar wirkt für mich, als hätte man eine einfache Story stricken müssen, die jedem gefällt, damit man die enormen Produktionskosten wieder reinbekommt. Sollte ich mich für einen von beiden entscheiden müssen, dann ist Zombieland für mich auf jeden Fall ein Highlight dieses Jahres. DVD wird schonmal vorbestellt.

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Wir sind nur die Geldeintreiber

Am 28. November – einen Tag nach der Entscheidung des ZDF-Verwaltungsrates den Vertrag mit Chefredakteur Brender nicht zu verlängern – schrieb ich an die GEZ einen freundlich formulierten Brief, in dem ich darlegte, dass man den Bürgern zugesichert hätte, dass Rundfunkgebühren die Staatsferne des Rundfunks gewährleisten. Dies steht übrigens auch noch einmal auf deren Webseite:

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird fast vollständig durch Gebühren finanziert. Das sichert die Unabhängigkeit von Staat und Wirtschaft und sorgt für jede Menge gutes Programm.

Auch an anderer Stelle steht:

Ihre Rundfunkgebühren sichern einen von staatlichen und wirtschaftlichen Einflüssen unabhängigen Rundfunk.

Mit dem Eingriff der Politik in die Besetzung des Chefredakteursposten ist die Staatsferne sehr anschaulich demonstriert worden: Es gibt sie nämlich nicht. So schrieb ich an die dortigen Mitarbeiter, dass ich – da diese Staatsferne ja offenbar nicht existiert – um eine Reduzierung meiner monatlichen Rundfunkgebühren um den Beitrag für das ZDF.

Jetzt habe ich die Antwort erhalten. Sie sagt – selbstverständlich anders formuliert: “Wir sind nur die Geldeintreiber. Was dann mit ihrem Geld passiert, das ist uns egal.” Hier der Original Wortlaut:

in Ihrer Mitteilung an die GEZ äußern Sie Ihre Kritik darüber, dass der Verwaltungsrat des ZDF eine Vertragsverlängerung für den Chefredakteur, Herrn Brender, abgelehnt hat.

Wir möchten Sie bitten, sich diesbezüglich an die Zuschauerredaktion des ZDF wenden (…) Die GEZ führt im Rahmen einer nicht rechtsfähigen öffentlich-rechtlichen Verwaltungsgemeinschaft der ARD-Landesrundfunkanstalten, des Zweiten Deutschen Fernsehens und des Deutschlandradios Verwaltungsgeschäfte des Rundfunkgebühreneinzugs durch.

Sie ist nicht verantwortlich für die Verwendung von Gebührengeldern.

Weiterhin bitten Sie aufgrund o.g. Angelegenheit um Reduzierung der Höhre Ihrer Rundfunkgebühren.

Das ist jedoch nicht möglich. Bitte beachten Sie: (…) Die Rundfunkgebühr ist gesetzlich festgelegt. Sie ist in voller Höhe zu zahlen; eine Kürzung ist rechtlich nicht zulässig.

Klartext: Jeder deutsche Bundesbürger, der ein Rundfunkgerät zum Empfang bereithält, bezahlt im Jahr über 200 Euro, mit denen die Rundfunkanstalten, die zumindest im Falle des ZDF, im Einflußbereichs des Staates liegen, machen können was sie wollen. Fakt ist: die Politik stellt den Großteil der Vertreter in den Kontrollgremien, wodurch sie Einfluß auf die Besetzung bekommen – wer sich also nicht genehm verhält, hat keine Aufstiegschancen oder fliegt raus. Wie Herr Brender.

Sicher, es wäre schwierig andere geeignete Personen zu finden, immerhin sind die Politiker gewählte Vertreter des Volkes. Aber wenn Interessenskonflikte drohen, wie bei einem amtierenden Ministerpräsident, wie Herrn Koch, oder im Jahre 2002 bei Herrn Stoiber[vgl. Süddeutsche Zeitung], der fand, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht genug über ihn berichtet hatte, dann ist die Staatsferne nicht gewährleistet und die Rundfunkgebühren sichern überhaupt nichts. Zeit für eine grundlegende Systemreform.

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Die Kapelle spielt auf…

Gestern Abend hat die grandiose Kapelle Petra wieder in Köln aufgespielt, diesmal im ziemlich vollen Underground. Als ich die  Band das erste Mal in Bielefeld gesehen hatte, waren vielleicht 30 Leute da. Mit einem ähnlich überschaubaren Publikum hatte auch diesmal gerechnet, aber weit gefehlt. Das Underground war wirklich gut besucht.

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Kapelle Petra während “Gewitter” im Underground

Wer die Kapelle kennt, der weiß was man von dieser Band erwarten kann. Immerhin beschreibt sich die Kombo selbst als “eine optische Kreuzung aus Fips Asmussen und Sepultura – akustisch so, als hätten Funny van Dannen und Helge Schneider Tocotronic beigebracht, wie man gute Musik macht.” Und meine Erwartungen wurden erfüllt: Die Show war erstklassig und die Bühnenskulptur namens Gazelle war immer ganz vorne mit dabei, ob als Baum bei “Gewitter”, als Polonaisenanführer bei “Pausenmusik”, als Dudelstaubsaugerspieler bei “Wo ich gern mal wär”. Die Kapelle hat gerockt. Als bei “Alles verkauft” sogar die Bühne vom Publikum gestürmt wurde, reagierte der Opa – der zu diesem Zeitpunkt als einziger auf der Bühne war – erstaunlich gelassen, während Ficken Schmidt und der tägliche Siepe, die kurzzeitig draussen waren, etwas irritiert um die Ecke schauten. Und obwohl Ficken Schmidt sich am Anfang einige Patzer erlaubte, bekam er am Ende doch noch sein Lied gespielt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Kapelle sich in der Zeit seit dem Auftritt in Bielefeld (das muss 2004 im Bunker gewesen sein), positiv weiterentwickelt hat. Die Show stimmt und es macht Spaß dabei zu sein. Gleichzeitig hat die Band ihren Stil beibehalten, insbesondere, wenn es um die Texte geht. Die sind nach wie vor irgendwie bescheuert und gleichzeitig genial. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

Der Sound beim Konzert war insgesamt meiner Meinung nach okay, allerdings ein kleines bisschen zu laut, aber noch okay. Das kleine Feedback, was einmal auftauchte, störte wenig. Man kann nur hoffen, dass dem Opa nicht wieder die Gitarre geklaut wurde, wie beim letzten Auftritt in Köln. Fazit: Wenn die Kapelle mal in der Nähe spielt, sollte man sich das nicht entgehen lassen!


Interessante Links:

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Weihnachten auf Indisch

Auf YouTube entdeckt:

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Twitternde Merkwürdigkeiten

Ich bin doch immer wieder erstaunt, was die Menschen sich einfallen lassen, um aufzufallen oder andere reinzulegen. Auf Twitter treibt dieser Drang mitunter merkwürdige Blüten. Zwei davon möchte ich heute vorstellen:

1. Das twitternde Ehebett: @newlywedsontjob

Die Geschichte: Simpel. Ein junger Mann (gehe ich jetzt einfach mal von aus) wurde bei seiner Hochzeit von seinem Trauzeugen fies reingelegt. Als jener Trauzeuge dann selbst heiratet und den jungen Mann bittet wiederum sein Trauzeuge zu werden, hat er selbsctverständlich Angst, dass ihm ähnliches passieren könnte. Daher bittet er darum, dass keine Streiche vor (!) der Hochzeit gespielt werden. Als das frisch vermählte paar im Urlaub ist, und der junge Mann auf das Haus aufpasst, kommt ihm eine Idee… Es ist immerhin nach der Hochzeit und so ist alles erlaubt. Und so montiert er einen Drucksensor in das Ehebett ein, dass nun immer twittert, wenn das paar den ehelichen Pflichten nachgeht. Dabei werden Intensität und Dauer bekanntgegeben. Immerhin: Den Namen des Paares hält der junge Mann für sich.

2. Der twitternde Bürostuhl: @officechair

Das technische Vorbild für das twitternde Ehebett war der twitternde Bürostuhl. Statt einem Drucksensor wurde hier allerdings ein Gassensor eingebaut, der wiederum immer dann twittert, wenn die Person, die auf ihm sitzt furzt. Sozusagen ein Alarmgeber für den Büroalltag. Sehr schön dabei: Der Bürostuhl liefert auch gleich die passende Anleitung für den Bürostuhl zum Selberbauen: http://www.instructables.com/id/The-Twittering-Office-Chair/

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Weihnachtsstimmung mit den Muppets

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Es ist Krieg…

…oder Kampfeinsatz, oder wie man auch immer den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan nennen möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Afghanen den Begriff Krieg – oder Bürgerkrieg – bevorzugen würden. Sicher sagen kann ich das allerdings auch nicht.

In all der Diskussion über einen Luftschlag der Nato, der durch den Bundeswehr-Oberst Klein befohlen worden war, scheint es mir immer mehr so, als hätten die Menschen in Europa in den vergangenen 64 Jahren vergessen, was Krieg eigentlich bedeutet: Den Einsatz von Waffen. Mitunter auch gegen Menschen. Nein, ich möchte hier weder Krieg verherrlichen, noch zu Gewalt oder ähnlichem aufrufen. Aber wer seine Soldaten in einen Kampfeinsatz schickt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese auch von ihren Waffen Gebrauch machen könnten. Und so schlimm das auch klingen mag: Dabei kann es zu zivilen Opfern kommen. Die Betonung liegt auf “kann” – nach Möglichkeit ist das zu vermeiden, aber es ist nie ganz auszuschließen. Leider. Beides sollten wir aus den letzten großen Kriegen in Europa gelernt haben.

Sicherlich hat Oberst Klein in der Befehlskette Fehler gemacht und mit dem Befehl seine Kompetenzen überschritten. Abschliessend beurteilen kann und will ich das nicht. Dazu fehlen mir a) Fakten und b) die nötige Kompetenz. Aber mir stellt sich doch die Frage, inwiefern Zivilisten, die sich mitten in der Nacht an einem Tankwagen zu schaffen machen – zusammen mit den Taliban – als komplett unschuldig dargestellt werden. Und was zur Hölle machen eigentlich Kinder und Jugendliche mitten in der Nacht an zwei Tanklastern der Taliban? Wer im zweiten Weltkrieg seine Wohnung nicht verdunkelte, durfte sich auch nicht wundern, wenn das Haus von einer Bombe getroffen wurde. Ja, ich weiß, es geht um Menschenleben und ja, ich weiß auch, dass jedes Leben wertvoll ist und geschützt werden muss. Dennoch verstehe ich nicht, wie man sich so deutlich der Gefahr aussetzen kann und dann auch noch über die Konsequenz jammert. Ich lege mich auch nicht auf die Schienen und wundere mich dann, dass ein Zug kommt.

Ganz grundsätzlich tut sich dabei  aber ein ganz anderes Problem auf: Die ISAF vor Ort wird auch von den dortigen Kräften nicht ernst genommen. Zudem fehlt den deutschen Streitkräften in Afghanistan a) die Rechtssicherheit ihres Mandates und Einsatzes sowie b) die Unterstützung der Heimat – sowohl durch Bevölkerung, als auch durch die Politik. Wenn man sich dazu entschließt in den Krieg zu ziehen, dann muss man sich über die Konsequenzen im Klaren sein – oder es am Besten gleich sein lassen. Bleibt bis zur endgültigen Klärung des Falles nur eins: Besser die Waffe zu Hause lassen, liebe Soldaten – es könnte Ärger geben, wenn ihr schießt.

Nachtrag:
Man mag von der Bild-Zeitung halten, was man mag, aber heute (14.12.2009) hat sie einen durchaus brauchbaren Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.

Vielmehr geht es um die moralische Frage, ob wir als Land wollen, dass ein deutscher Oberst gezielt auf Menschen schießen lässt. Die Empörung darüber, dass so etwas im Krieg nun mal passiert, zeigt vor allem, wie wenig wir über diesen Krieg gewusst haben. Und wie wenig wir wissen wollten über die Menschen, die diesen Krieg führen müssen – mit all seinen tragischen Entscheidungen.

Ein Reporter der „New York Times“ schrieb vor Kurzem eine große Geschichte über die Deutschen und ihre Soldaten.

„Oft habe ich am Berliner Hauptbahnhof die traurigen, verlorenen Soldaten gesehen, von der Menge getrennt durch ihre Uniform. Nie blieb jemand stehen, um ihnen für ihren Dienst zu danken oder sie gar zu fragen, ob sie in Afghanistan gewesen sind“, schrieb der „New York Times“-Journalist. „Manchmal wurden die Soldaten sogar feindselig angesehen, während die meisten Menschen einfach so taten, als wären sie gar nicht da.“

Was ist das für ein Land, das seine Soldaten in einen Krieg schickt, für unser aller Sicherheit angeblich, aber diese Männer und Frauen am Bahnhof verächtlich anschaut?

Quelle: Bild.de

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Wie weit ist es bis zum Horizont?

Wie oft habe ich als kleines Kind am Rand der Stadt gestanden und über die Felder zum Horizont geblickt – auf die Burg, die im nächsten Dorf auf dem Hügel trohnte, und die auf der Verpackung des Grafschafter Goldsafts in ganz Deutschland zu sehen ist. Oder am Meer, wenn man in die Unendlichkeit blickt – so schien es mir zumindest. Und ein Lied sagt auch so treffend: Wo blau und blau sich treffen, kommt man trotzdem niemals an. Umso ernüchternder, wenn man sich einmal die Mühe macht, herauszufinden, wie weit entfernt der Horizont eigentlich ist. Ich gebe zu, das ist nicht unbedingt sehr romantisch, aber dafür überrascht das Ergebnis umso mehr: Es ist gar nicht so weit.

Gehen wir davon aus, dass wir am Strand stehen und den Sonnenuntergang im Meer beobachten. Um nun herauszufinden, wo (für uns) die Sonne hinterm Horizont verschwindet bilden die Tangente von unseren Augen zur Erdkugel. Um die Länge zu bestimmen behelfen wir uns eines alten mathematischen Gesetzes: Des Satz des Pythagoras.

Dieser besagt, dass in allen ebenen rechtwinkligen Dreiecken die Summe der Flächeninhalte der Kathetenquadrate gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenquadrates ist. Als Gleichung ausgedrückt lautet er a2 + b2 = c2. a ist also die eben erwähnte Tangente zur Erdkugel. Die Seite b geht vom Horizont zum Erdmittelpunkt, entspricht also dem Erdradius – etwa 6.371.000,785 Metern. Die längst Seite, die Seite c, geht vom Erdmittelpunkt bis zu unseren Augen, entspricht also in etwa: 6.371.000,785 m + 1,75 m = 6.371.002,535 m.

Um a herauszufinden muss die Gleichung also umgeformt werden:
a2 + b2 = c2 | −b2
<=> a2 = c2 − b2 | √
<=> a = √(c2 − b2)

Jetzt gilt es nur noch die Zahlen einzusetzen.

a = √(c2 − b2)
a = √(6.371.002,5352 − 6.371.000,7852)
a = √(4,05896733*1013 – 4,0589651*1013)
a = √22.298.500
a = 4.722,128757
a ≈ 4.722,13

Das bedeutet also: Die Strecke a ist etwa 4.722 Meter lang – und das entspricht auch der Entfernung bis zum Horizont: knapp 5 Kilometer. Deutlich weniger, als ich früher dachte – und schon gar nicht die Unendlichkeit, die man sich am Meer vorstellt. Selbstverständlich variiert dieser Wert, wenn man auf einem Berg steht, denn dann müsste man die Seite c entsprechend verlängern.

Bei meiner Suche nach der Lösung zur Frage, wie weit es bis zum Horizont ist, bin ich übrigens auf dieses Video gestoßen. Leicht andere Werte, aber ein ähnliches Ergebnis:

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Der magische FC

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