Archive for February, 2010

Grenzwissenschaften: Nibiru

Nibiru, Niburu, der geheimnisvolle “Planet X”, Phoenix, Phaeton, Planet des Marduk, Brauner Zwerg – es gibt viele Seite im Internet, die sich mit diesem Phänomen beschäftigen und wahrscheinlich auch ebenso viele Namen dafür. Einige dieser Namen sind höchstwahrscheinlich durch Missverständnisse entstanden - ich werde den Namen Nibiru verwenden. Verschiedene Videos, die auf YouTube und anderen Plattformen kursieren berichten über Nibiru. Nach dem Start von IRAS soll die NASA ein großes Objekt am Rande des Sonnensystems entdeckt haben – genannt: Planet X. Dabei wird häufig ein Video von “Planet-X-Experten” Marshall Masters zitiert, in dem folgende Informationen über Planet X zu finden sind: IRAS hat die Infrarotsignatur eines großen Objektes – einem braunen Zwerg – entdeckt, das im Jahr 1984 etwa 80 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt war. Laut einer Pressemitteilung der NASA wurde 1992 ein Körper von der 4- bis 8-fachen Erdmasse, der 11 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt war. Sollte es sich um dasselbe Objekt handeln, so ist die logische Schlußfolgerung: das Objekt kommt auf die Erde zu. Das Video legt dann fest: Wir leben in einem Binärsystem, der Planet X folgt einer langen elliptischen Umlaufbahn und der Planet wirkt sich störend auf die Sonne aus (gesteigerte Sonnenaktivität). Anschließend werden vermeintliche historische Beispiele für frühere Umrundungen zitiert, so etwa die Berichte über die Sintflut,  die zehn Plagen in Ägypten oder die Zerstörung von Atlantis. Zitiert wird dabei aus der Kolbrin Bibel. Aber laut anderen Videos sollen auch noch weit mehr historische Berichte existieren, etwa von den Sumerern, den Hopi-Indianer und den Maya kannten. Der massereiche Planet soll im Jahr 2012 auf dem Weg zum Zentrum des Sonnensystems die Erdumlaufbahn sehr passieren und durch die Gravitation für unzählige Katastrophen sorgen – darunter zum Beispiel Erdbeben, Meteoritenstürme oder auch eine Umkehrung des Erdmagnetfelds (Pole Shift). Es gibt inzwischen auch Berichte von verstärkten Bunkerbauaktivitäten verschiedener Regierungen.

Andere Videos, wie dieses, sprechen von anderen Quellen über Nibiru. Die Sumerer, die älteste Hochkultur der Erde, hat in Aufzeichnungen, Hinweise auf eine außerirdische Spezies hinterlassen: Die Anunnaki. Da es keinen plausiblen Zwischenschritt von früheren Menschen (Neandertaler, Cro-Magnon, etc.) zum heutigen Menschen gibt, sollen die Anunnaki uns geschaffen haben, damit wir als Sklaven für diese außerirdische Spezies arbeiten. Im Jahr 2012 soll der Planet mit seinen Bewohnern zurückkehren. Aus diesem Grund endet auch der Kalender der Maya im Jahr 2012 – er kündigt die Rückkehr der Götter an.

Bleibt die Frage, was sagen die Fakten? Gibt es ein solches Objekt, oder kann es ein solches Objekt theoretisch überhaupt geben?

1. Einen Planeten X gibt es tatsächlich – sogar mehrfach. Auch dies wird von den Nibiru-Experten nicht bestritten. Denn jeder hypothetische Planet wird von den Wissenschaftlern zunächst Planet X genannt. Zunächst wurde der Name für ein Objekt gebraucht, das angenommen wurde, um die Anomalien in der Bahn des Planeten Merkur zu erklären (vgl. Vulkan). Inzwischen konnte diese Anomalie jedoch mit Hilfe der Relativitätstheorie – Krümmung in der Raum-Zeit – erklärt werden. (vgl. Alpha Centauri: Gibt es einen 10. Planeten?). Aber auch die äußeren Planeten zeigen bestimmte Abweichungen. Die Planeten hinter Saturn wurden erst in relativ junger Vergangenheit entdeckt. Man erkannte auch bei Uranus Anomalien, daraufhin wurde wieder Planet X entdeckt: Neptun. 1930 entdeckte man aufgrund der Anomalien in der Umlaufbahn von Neptun wieder den hypothetischen Planet X: Pluto. Doch Pluto hat nicht genug Masse, um diese Anomalien in der Bahn des Neptuns zu erklären, so wurde im Jahr 1979 Plutos Begleiter Charon entdeckt. Im Jahr 2005 wurde ein weiteres Objekt ausgemacht, das heute den Namen Eris trägt. Insgesamt sind diese Himmelskörper aber nicht massereich genug, um ein Planet zu sein, daher wurden sie im vergangenen Jahrzehnt auf den Status Planetoid herabgestuft. Es wird in verschiedenen Meinungen davon ausgegangen, dass diese Planetoiden äußere Objekte des sogenannte Kuipergürtels sind. In der Lehrmeinung gibt es aber auch heute noch die Theorie über einen Planeten X, der ca. 0,5 Lichtjahre von der Sonne entfernt seine Runden dreht und etwa 1 bis 10 Jupitermassen besitzt. In dieser Entfernung ist dieses Objekt aber so dunkel, dass es von den derzeitigen Teleskopen kaum ausgemacht werden kann. Das Problem liegt hier also auf der Hand: Der Begriff Planet X steht für ein hyopthetisches Konstrukt, das ständig in verschiedenster Zusammenhängen auftaucht und jedes Mal eine andere Bedeutung hat. Sofern das entsprechende Objekt identifiziert wurde (bspw. Uranus, Neptun, Pluto), wird dieses Objekt natürlich nicht mehr Planet X genannt, sondern erhält einen Namen. Daher verschwinden dann auch relativ schnell wieder die Berichte über Planet X – es gibt das hyptothetische Konstrukt nicht mehr. Dies jedoch als Beweis für eine Vertuschungspolitik zu sehen, ist stark anzuzweifeln.

2. Ja, die IRAS-Mission im Jahr 1983 hat verschiedene Objekte entdeckt. Die NASA gab während der Pressekonferenz an, die Objekte auf den Bildern könnten alles sein “vom zehnten Planeten in unserem Sonnensystem bis hin zu fernen Galaxien”. Letztlich handelt es sich bei den Entdeckungen um Gaswolken und weit entfernte Galaxien, mit einem Planeten X oder Nibiru hat dies allerdings nichts zu tun.

3. Bei dem Objekt soll es sich um einen brauen Zwerg. Handeln aufgrund der Fusionsgrenze, die durch die Masse gesetzt werden, muss ein brauner Zwerg eine Masse von 13 bis 75 Jupitermassen besitzen. Weiterhin gilt der Kuipergürtel in einer Entfernung von 6 bis 7,5 Milliarden Kilometern als Rand des Sonnensystems. Ein Objekt in 80 Milliarden Kilometern Entfernung (das entspricht etwa 74 Lichtstunden) kann also als extrasolar bezeichnet werden.

4. Auch der Körper, den die NASA im Jahr 1992 bekanntgegeben haben soll, ist außerhalb unseres Sonnensystems und kann daher nicht als Planet unserer Sonne betrachtet werden. Wenn es sich um ein und dasselbe Objekt handeln würde, dann hätte der Planet innerhalb von 8 Jahren eine Strecke von 69 Milliarden Kilometern zurückgelegt und wäre dem entsprechend bereits Mitte der 1990er Jahre in Erdnähe angekommen.

5. Ein Objekt dieser Größe, dass im Jahr 2012 bereits ins innere des Sonnensystem vordringen bzw die Erde beeinflussen soll, müsste sich jetzt bereits auf Höhe des Saturns oder des Jupiters befinden. Damit wäre der Planet bereits jetzt mit bloßem Auge am Nachthimmel sichtbar. Es gibt auf Youtube Videos, die einen angeblichen Planeten in Sonnennähe zeigen sollen. Dabei handelt es sich um optische Effekte der Kameras oder Fakes – ein Planet der von der Erde aus in Sonnennähe sichtbar ist, befindet sich bereits auf einer sonnennahen Bahn, hätte uns also bereits passiert – ohne Weltuntergang.

6. Dass wir in einem Binärsystem leben sollen, halte ich für Unsinn, da die Bahnen der Planeten dann nicht so verlaufen könnten, wie sie es tun. Sie konnten mit Hilfe der Gravitationskräfte exakt bestimmt und bewiesen werden. Der Einfluss eines zweiten Sterns wäre so groß, dass man diesen nicht übersehen kann. Da Anomalien derzeit nur auf den äußeren Planetenbahnen auftreten, mag es Objekt im Randbereich des Systems geben, um einen Stern wird es sich dabei aber nicht handeln.

7. Der Planet soll bereits zu gesteigerte Sonnenaktivität führen. Die Sonnenaktivität folgt einem 11jährigen Zyklus von besonders starker und schwacher Aktivität. Das letzte Maximum wurde etwa 2000 erreicht. Das bedeutet, dass das nächste Maximum zwangsläufig um 2012 (laut Prognose im Mai 2013) auftreten sollte. Dies hat nichts mit einem Planeten zu tun, sondern ist vorhersagbar. Das moderne Maximum an Sonnenaktivität wurde im übrigen 1957 erreicht. Die Aktivität der Sonne im Allgemeinen ist derzeit relativ schwach – so gehen Astronomen davon aus, dass das kommende Maximum deutlich schwächer als die vergangenen Maxima der letzten 50 Jahre sein wird.

8. Die Kolbrin-Bibel. Ich finde es durchaus sehr geschickt, ein Buch zu schreiben, in dem alte Völker von einem Planeten berichten und dieses dann als Beweis für seine Panikmache zu gebrauchen. Tut mir leid, Herr Masters, so einfach lass ich Ihnen das nicht durchgehen. Diese Quelle kann nicht als glaubwürdig angesehen werden.

9. Pole-Shift: Eine Umkehrung des Magnetfelds hat es in der Erdgeschichte bereits mehrmals gegeben. Der einzig messbare Effekt, wäre der Wegfall des Schutzes vor dem Sonnenwind. Es käme also mehr kosmische Strahlung auf die Erde, was zu einer erhöhten Mutationsrate führt – das allerdings muss nicht per se schlecht sein. Ein Pole-Shift dauert zudem mehrere 1000 Jahre. Selbst wenn dieser 2012 einsetzen würden, würde wir davon nichts mitbekommen.

Ich hoffe, ich konnte einige Klarheiten beseitigen. Ansonsten kann ich nur noch das Blog von Florian Freistetter empfehlen, der sich dem Thema ausführlichst angenommen hat.

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Song Interpretations: Nightwish

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Antwort von Bernhard Kaster (MdB)

Nachdem ich mich vergangene Woche schon beschwert hatte, keine Antwort zu meinen Gedanken zur Steuer-CD zu erhalten, kam heute per Mail ein Schreiben von Bernhard Kaster, dem für Trier zuständigen Bundestagsabgeordneten. Darin versichert er:

Ich bin mir durchaus bewusst: Es ist keine Kleinigkeit, wenn allem Anschein nach illegal beschaffte Daten von öffentlichen Stellen in Anspruch genommen werden, um allerdings ebenfalls illegale Vorgänge ermitteln zu können. Lassen Sie mich Ihnen klar versichern: Auch für mich heiligt der Zweck nicht die Mittel.

Allerdings ist dies nur mit einer Einschränkung versehen. Denn anschließend schreibt Kaster, dass er die Auffassung des Bundesfinanzministers teilt,

dass hier – so wie an einem ähnlich gelagerten Fall von vor Jahren – die öffentliche Hand durchaus auf diese Daten zurückgreifen darf , um damit klare Verstöße gegen das deutsche Steuerrecht nachweisen zu können.

Leider gibt es keine weitere Begründung, wie Herr Kaster zu dieser Auffassung kommt, so dass ich dies auch nicht weiter nachvollziehen oder kommentieren kann.

Einem weiteren angesprochenen Punkt – dem des zu komplizierten deutschen Steuersystems – äußerte er sich jedoch sehr wohlwollend gegenüber.

Die von Ihnen ebenfalls angesprochene grundsätzliche Frage nach der Komplexität unseres Steuersystems stellt in der Tat eine wichtige Aufgabe für die laufende Wahlperiode dar. Die christlich liberale Koalition hat sich bereits in den Koalitionsverhandlungen darauf verständigt, hier strukturelle Schritte zu unternehmen, um unser Steuersystem zu vereinfachen. Dieser umfangreichen und mit vielen politischen Widerständen behafteten Herausforderung stellen wir uns.

Bleibt abzuwarten, wie diese Schritte aussehen werden. Ich bin gespannt. Gespannt bin ich allerdings auch noch, ob ich eine Antwort von Frau Merkel erhalten werde.

Einen interessanten Artikel, wie man Steuersünder mittels Google aufspüren könnte, gibt es übrigens beim PC-Blog Berlin.

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Grenzwissenschaften

Seit der Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert versucht der Mensch Naturphänomene nicht mehr mit der göttlichen Gegenwart oder Gottes Willen zu erklären, sondern versucht vielmehr mittels Naturwissenschaft – insbesondere der Physik – die Welt zur erklären. Mir scheint es manchmal, als würden viele Menschen eben jene präsente Göttlichkeit zu vermissen. Und da die Kirche in der heutigen Zeit aufgrund der mangelnden Beweise sowie aufgrund kontroverse Positionen – z.B. zu Verhütung und Aidsprävention – ihre Meinungsführerschaft eingebüßt hat, müssen nun andere zur Erklärung herhalten: Außerirdische.

Als Beispiel für die Ankunft Außerirdischer auf der Erde werden häufig die Pyramiden in Ägypten herangezogen. Den alten Ägyptern wird dabei nicht die Fähigkeit zugesprochen, diese Bauwerke zu errichten. Ich möchte in weiteren Blogeinträgen gerne weitere Beispiele anführen. Positionen von Däniken und anderen Grenzwissenschaftlern diskutieren und werde gleichzeitig versuchen, ein paar wissenschaftliche Position gegenüber zu stellen. Zum leichten, humorvollen Auftakt eine kurze Betrachtung des Themas von Joe Rogan. Er erläutert darin u.a. seine Sicht wie die Pyramiden entstanden und was das für die heutige Gesellschaft bedeutet.

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Besetzungscouch: Equilibrium

Wie Nuclear Blast diese Woche mitteilte, trennen sich die Müncher Equilibrium nach neun Jahren von Sänger Helge und Drummer Manu. Angesetzte Konzerte sollen davon aber nicht betroffen sein. Hier das offizielle Statement:

„Leider müssen wir Euch mitteilen, dass Helge, Manu und EQUILIBRIUM aus persönlichen Gründen getrennte Wege gehen werden. Wir sind im Guten auseinandergegangen und wünschen ihnen alles Gute für ihre Zukunft. Wir hatten wirklich tolle Momente mit ihnen auf der Bühne! Dies hat allerdings keinerlei Auswirkungen auf die Musik von EQUILIBRIUM. Die Songs werden auch weiterhin wie eh und je von René Berthiaume komponiert. Momentan befinden wir uns in den Helion Studios in München und sind dabei unser drittes Album aufzunehmen, welches im Juni erscheinen wird.

Und wir können Euch schon jetzt verraten, dass in diesem Album jede Menge Bombast, Härte, Epik, Emotionen, merkwürdige musikalische Überraschungen und vieles mehr stecken wird! Alle angekündigten Konzerte werden stattfinden! Sobald es Neuigkeiten über neue Mitglieder von EQUILIBRIUM zu verkünden gibt, werden wir Euch darüber natürlich gleich informieren!

Weitere Infos auf Equilibrium-Metal.de

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Schlechte Nachrichten vom Trans-Siberian Orchestra

Die ursprünglich für dieses Jahr angedachte Europatour des Trans-Siberian Orchestra muss aufgrund von “logistischen” Problemen leider abgesagt beziehungsweise auf das Jahr 2011 verschoben werden. Das berichtet das österreichische Heavyzine Stormbringer. Wer das Orchester kennt, der weiß sicher auch, dass gerne mit ausladenden Bühnenshows aufgetreten wird. Da haben die Jungs dann auch einen Hang zum Perfektionismus. Da derzeit auch noch an einem Broadway Musical (Muscheltaucher.com berichtete) gearbeitet wird, eventuell etwas neues von Savatage kommen soll und bis Mitte Mai noch eine US-Tour ansteht, lässt sich die Europa-Tour anscheinend nicht mehr so einfach unter den gleichen Hut bringen. Schade. Nach vielen Jahren des Wartens wäre es wirklich mal Zeit gewesen, die Europäischen Fans zu besuchen. Bleibt zu hoffen, dass aufgeschoben wirklich nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist.


Interessante Links:

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Null – Vier – Null – Hamburg City: Der Fall Böse

Endlich habe ich es geschafft mir “Sachenmacher” und “Treibstoff” von der Hamburger Combo “Der Fall Böse” zu napstern. Aufmerksam geworden bin ich auf die Band durch den “We love St.Pauli”-Sampler, auf dem “Der Fall Böse feat. Pensen” mit “Der Fall Tüdelband” verteten ist. Seit Der Song ist einer meiner Favoriten auf der Platte - auch wenn ich normalerweise nicht unbedingt auf HipHop, bzw. Sprechgesang stehe. Aber ehrlicherweise ist das natürlich auch nicht HipHop im klassischen Stil – insbesondere aufgrund der Blasinstrumente.

Grob basiert der Song auf dem plattdeutschen Lied “An de Eck steiht ´n Jung mit´n Tüddelband“. Davon ist allerdings nur der Refrain in bearbeiteter Fassung übriggeblieben: “An der Ecke steht n sehr alter Mann mit’n Tüdelband in der Hand / und er lächelt mich und er fragt mich ob ich das kann / ich sag, ich weiß nicht ob ich das bringe, doch ich singe / Klau’n, Klau’n, Äppel wolln wir klaun: ruck zuck übern Zaun / Ein Jeder, ein Jeder aber kann das nicht. Nein, er muss aus Hamburg sein.” Nachdem dieser Song direkt ins Ohr geht, und alte Nordlichter in Erinnerung schwelgen lässt, wollte ich auch mal den Rest von “Der Fall Böse” hören.

Insgesamt muss ich doch ein bisschen zugeben, dass mich der Stil von der Band ein wenig an die guten alten “Lecker Sachen” aus Köln erinnern, die sich ja leider Ende 2006 aufgelöst haben. HipHop gemischt mit verschiedenen anderen Stilen – in diesem Fall immer ein bisschen Funk und Jazz dabei. Insbesondere “Kleiner Held” kommt meiner Meinung nach dem Stil der Sachen sehr nahe. Und weil’s so schön ist, hier nochmal ein Soundbeispiel:

Insbesondere die Texte und die ruhigeren Stücke erinnern mich an die Kölner. Es scheint, als hätte ich endlich den (für mich) würdigen Nachfolger für die Sachen gefunden. Das neueste Album “Treibstoff” steht inzwischen schon eine Weile im Laden und ist durchaus rockiger geworden, als der Vorgänger. Mit “Bestie Bourbon” oder “Traurige Lieder” hat aber auch Treibstoff seine ruhigeren Seiten, wenn auch – bei “Traurige Lieder” – vielleicht nicht unbedingt so wie erwartet.

Als nächstes ist eine Tourdokumentation zur Tour in Australien angekündigt worden:

“Böse Down Under” – Roadmovie, Tour-Dokumentation, Psychodrama.
12 Konzerte, 9 Hamburger, 8000 Km in einem viel zu kleinen “Drecksvan” durch Australien, verpackt in 90 Minuten, von Regisseur Roman Schaible. Der Termin der Kino-Premiere wird noch gesondert bekannt gegeben. Wer aber schon mal Lust hat, sich den Film mit uns anzusehen und anschliessend noch einen Live-Auftritt erträgt, entnimmt das bitte der Tourliste, die in nächster Zeit laufend aktualisiert wird. Eine 2. Tourreihe ist für September 2010 in Planung.

Dazu erscheint im Mai ein gleichnamiger Soundtrack. Eine Compilation mit exklusiver Filmmusik von DFBö und vielen einheimischen und australischen Künstlern, die unsere Wege kreuzten.

Ich bin mir sicher, dass diese Band sich noch häufiger in meiner Rotation auf dem PC, unterwegs oder im Auto wiederfinden wird. Insgesamt auf jeden Fall wert mal reinzuhören.


Interessante Links:

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Song Interpretations: Trivium

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Amorphis veröffentlicht 4 DVD/CD-Live-Package

Wie Nuclear Blast mitteilte, werden Amorphis Anfang Juni ein DVD/CD Package mit dem Titel “Forging the land of the thousand lakes” veröffentlichen. Die limitierte 4-Disc Edition beinhaltet dabei die komplette Live-Show aus Oulu ( Finnland) auch in Dolby Digital 5.1 sowie den kompletten Auftritt vom Summer Breeze 2009 und eine Dokumentation (”Tales from the 20 years”), Video Clips und Fotogalerie. Insbesondere die Aufnahme des Konzerts vom Summer Breeze Festival im vergangenen Jahr könnte für die deutschen Fans interessant sein. Besonders wenn man, wie ich, vor Ort war. Weitere Nachrichten in Kürze.

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Wann lernt die (deutsche) Musikbranche dazu?

Die Musikbranche jammert schon seit Jahren geschlossen über Umsatzeinbrüche und die fiesen Musikpiraten, die seit dem Start von Napster, das Internet für sich entdeckt haben. Es wird jetzt schon lange nicht mehr nur das rauschende (Mix-)Tape auf dem Schulhof getauscht, sondern Mp3s im großen Stil getauscht. Manch einer mag Tausende, wenn nicht sogar Millionen von Songs auf seiner Festplatte haben – dank des technologischen Fortschritts. Obwohl das Problem hinreichend be- und anerkannt ist, setzt die Musikindustrie nach wie vor eher auf die Kriminalisierung ihrer eigenen (ehemaligen) Kunden, als auf die Verbesserung des Angebots und des Services. 

Ein ähnlich großes Problem für die heimische Musikindustrie ist es – ebenfalls dank des technologischen Fortschritts – dass Fans, die noch CDs kaufen, dies im Ausland – vornehmlich in den USA tun. Die CD hat im Gegenteil zur Filmbranche und zum Nachteil der Musikbranche nämlich keinen Regional-Code. Das Problem der deutschen Musikindustrie bei Importen liegt auf der Hand: Erstens entgeht der hier ansäßigen Plattenfirma der Umsatz und zweitens – sofern überhaupt vorhanden – die Zählung für die Chartplatzierung, die eventuell auch für Airplay im Radio oder Musikfernsehen durchaus wichtig werden kann. Den Plattenfirmen aus Deutschland sollte also daran gelegen sein, ihre Produkte möglichst attraktiv für die heimischen Kunden zu gestalten. Aber ist dem auch so? Mitnichten!

Als ich dieser Tage nach dem neuen Album der amerikanischen Countryband “Lady Antebellum” war, stieß mir dies wieder sauer auf. Auf Amazon.de lässt sich das Album “Need You Now” ordern – sogar mit Amazon Prime. Kosten: 19,98 Euro – kein Versand. Trotz Amazon Prime dauert die Lieferzeit aber “1 bis 2 Monate”. Schaue ich nun beim amerikanischen Pendant Amazon.com, so kostet die CD dort nur einen Bruchteil: 11,98 USD – die amerikanischen Plattenindustrie hat schon vor einiger Zeit erkannt, dass man CDs direkt nach Erscheinen noch besser verkaufen kann, wenn man den Preis senkt (von 18,98 USD). Ganz im Gegensatz zum deutschen Markt – hier wird meist teuer eingeführt, um im Laufe der Zeit billiger zu werden (Ja, ich weiß, es gibt inzwischen auch Ausnahmen). Zu dem günstigen US-Preis kommen allerdings nochVersandkosten in Höhe von 8,97 USD. Also kostet mich die CD in den USA insgesamt: 20,95 USD. Bei derzeitigem Wechselkurs sind das 15,49 Euro. Die Lieferzeit wird mit 6 bis 8 Wochen angegeben. Ich warte also genauso lange, wie bei Amazon.de, bezahle aber fast 25 Prozent weniger. Wenn ich noch weitere CDs kaufe, dann spare ich aufgrund der nur einmal berechneten Versandkosten entsprechend mehr. Obacht – Wird ein bestimmter Wert überschritten muss selbstverständlich noch Einfuhrzoll gezahlt werden.

 Ich stelle mir trotzdem die Frage: Warum soll ich also meine CDs von amerikanischen / internationalen Künstlern überhaupt noch in Deutschland kaufen?

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