Safe Upon The Shore
- June 7th, 2010
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Endlich habe ich es geschafft mir “Sachenmacher” und “Treibstoff” von der Hamburger Combo “Der Fall Böse” zu napstern. Aufmerksam geworden bin ich auf die Band durch den “We love St.Pauli”-Sampler, auf dem “Der Fall Böse feat. Pensen” mit “Der Fall Tüdelband” verteten ist. Seit Der Song ist einer meiner Favoriten auf der Platte - auch wenn ich normalerweise nicht unbedingt auf HipHop, bzw. Sprechgesang stehe. Aber ehrlicherweise ist das natürlich auch nicht HipHop im klassischen Stil – insbesondere aufgrund der Blasinstrumente.
Grob basiert der Song auf dem plattdeutschen Lied “An de Eck steiht ´n Jung mit´n Tüddelband“. Davon ist allerdings nur der Refrain in bearbeiteter Fassung übriggeblieben: “An der Ecke steht n sehr alter Mann mit’n Tüdelband in der Hand / und er lächelt mich und er fragt mich ob ich das kann / ich sag, ich weiß nicht ob ich das bringe, doch ich singe / Klau’n, Klau’n, Äppel wolln wir klaun: ruck zuck übern Zaun / Ein Jeder, ein Jeder aber kann das nicht. Nein, er muss aus Hamburg sein.” Nachdem dieser Song direkt ins Ohr geht, und alte Nordlichter in Erinnerung schwelgen lässt, wollte ich auch mal den Rest von “Der Fall Böse” hören.
Insgesamt muss ich doch ein bisschen zugeben, dass mich der Stil von der Band ein wenig an die guten alten “Lecker Sachen” aus Köln erinnern, die sich ja leider Ende 2006 aufgelöst haben. HipHop gemischt mit verschiedenen anderen Stilen – in diesem Fall immer ein bisschen Funk und Jazz dabei. Insbesondere “Kleiner Held” kommt meiner Meinung nach dem Stil der Sachen sehr nahe. Und weil’s so schön ist, hier nochmal ein Soundbeispiel:
Insbesondere die Texte und die ruhigeren Stücke erinnern mich an die Kölner. Es scheint, als hätte ich endlich den (für mich) würdigen Nachfolger für die Sachen gefunden. Das neueste Album “Treibstoff” steht inzwischen schon eine Weile im Laden und ist durchaus rockiger geworden, als der Vorgänger. Mit “Bestie Bourbon” oder “Traurige Lieder” hat aber auch Treibstoff seine ruhigeren Seiten, wenn auch – bei “Traurige Lieder” – vielleicht nicht unbedingt so wie erwartet.
Als nächstes ist eine Tourdokumentation zur Tour in Australien angekündigt worden:
“Böse Down Under” – Roadmovie, Tour-Dokumentation, Psychodrama.
12 Konzerte, 9 Hamburger, 8000 Km in einem viel zu kleinen “Drecksvan” durch Australien, verpackt in 90 Minuten, von Regisseur Roman Schaible. Der Termin der Kino-Premiere wird noch gesondert bekannt gegeben. Wer aber schon mal Lust hat, sich den Film mit uns anzusehen und anschliessend noch einen Live-Auftritt erträgt, entnimmt das bitte der Tourliste, die in nächster Zeit laufend aktualisiert wird. Eine 2. Tourreihe ist für September 2010 in Planung.Dazu erscheint im Mai ein gleichnamiger Soundtrack. Eine Compilation mit exklusiver Filmmusik von DFBö und vielen einheimischen und australischen Künstlern, die unsere Wege kreuzten.
Ich bin mir sicher, dass diese Band sich noch häufiger in meiner Rotation auf dem PC, unterwegs oder im Auto wiederfinden wird. Insgesamt auf jeden Fall wert mal reinzuhören.
Die Musikbranche jammert schon seit Jahren geschlossen über Umsatzeinbrüche und die fiesen Musikpiraten, die seit dem Start von Napster, das Internet für sich entdeckt haben. Es wird jetzt schon lange nicht mehr nur das rauschende (Mix-)Tape auf dem Schulhof getauscht, sondern Mp3s im großen Stil getauscht. Manch einer mag Tausende, wenn nicht sogar Millionen von Songs auf seiner Festplatte haben – dank des technologischen Fortschritts. Obwohl das Problem hinreichend be- und anerkannt ist, setzt die Musikindustrie nach wie vor eher auf die Kriminalisierung ihrer eigenen (ehemaligen) Kunden, als auf die Verbesserung des Angebots und des Services.
Ein ähnlich großes Problem für die heimische Musikindustrie ist es – ebenfalls dank des technologischen Fortschritts – dass Fans, die noch CDs kaufen, dies im Ausland – vornehmlich in den USA tun. Die CD hat im Gegenteil zur Filmbranche und zum Nachteil der Musikbranche nämlich keinen Regional-Code. Das Problem der deutschen Musikindustrie bei Importen liegt auf der Hand: Erstens entgeht der hier ansäßigen Plattenfirma der Umsatz und zweitens – sofern überhaupt vorhanden – die Zählung für die Chartplatzierung, die eventuell auch für Airplay im Radio oder Musikfernsehen durchaus wichtig werden kann. Den Plattenfirmen aus Deutschland sollte also daran gelegen sein, ihre Produkte möglichst attraktiv für die heimischen Kunden zu gestalten. Aber ist dem auch so? Mitnichten!
Als ich dieser Tage nach dem neuen Album der amerikanischen Countryband “Lady Antebellum” war, stieß mir dies wieder sauer auf. Auf Amazon.de lässt sich das Album “Need You Now” ordern – sogar mit Amazon Prime. Kosten: 19,98 Euro – kein Versand. Trotz Amazon Prime dauert die Lieferzeit aber “1 bis 2 Monate”. Schaue ich nun beim amerikanischen Pendant Amazon.com, so kostet die CD dort nur einen Bruchteil: 11,98 USD – die amerikanischen Plattenindustrie hat schon vor einiger Zeit erkannt, dass man CDs direkt nach Erscheinen noch besser verkaufen kann, wenn man den Preis senkt (von 18,98 USD). Ganz im Gegensatz zum deutschen Markt – hier wird meist teuer eingeführt, um im Laufe der Zeit billiger zu werden (Ja, ich weiß, es gibt inzwischen auch Ausnahmen). Zu dem günstigen US-Preis kommen allerdings nochVersandkosten in Höhe von 8,97 USD. Also kostet mich die CD in den USA insgesamt: 20,95 USD. Bei derzeitigem Wechselkurs sind das 15,49 Euro. Die Lieferzeit wird mit 6 bis 8 Wochen angegeben. Ich warte also genauso lange, wie bei Amazon.de, bezahle aber fast 25 Prozent weniger. Wenn ich noch weitere CDs kaufe, dann spare ich aufgrund der nur einmal berechneten Versandkosten entsprechend mehr. Obacht – Wird ein bestimmter Wert überschritten muss selbstverständlich noch Einfuhrzoll gezahlt werden.
Ich stelle mir trotzdem die Frage: Warum soll ich also meine CDs von amerikanischen / internationalen Künstlern überhaupt noch in Deutschland kaufen?
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