Safe Upon The Shore
- June 7th, 2010
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Posts Tagged ‘Import’
Die Musikbranche jammert schon seit Jahren geschlossen über Umsatzeinbrüche und die fiesen Musikpiraten, die seit dem Start von Napster, das Internet für sich entdeckt haben. Es wird jetzt schon lange nicht mehr nur das rauschende (Mix-)Tape auf dem Schulhof getauscht, sondern Mp3s im großen Stil getauscht. Manch einer mag Tausende, wenn nicht sogar Millionen von Songs auf seiner Festplatte haben – dank des technologischen Fortschritts. Obwohl das Problem hinreichend be- und anerkannt ist, setzt die Musikindustrie nach wie vor eher auf die Kriminalisierung ihrer eigenen (ehemaligen) Kunden, als auf die Verbesserung des Angebots und des Services.
Ein ähnlich großes Problem für die heimische Musikindustrie ist es – ebenfalls dank des technologischen Fortschritts – dass Fans, die noch CDs kaufen, dies im Ausland – vornehmlich in den USA tun. Die CD hat im Gegenteil zur Filmbranche und zum Nachteil der Musikbranche nämlich keinen Regional-Code. Das Problem der deutschen Musikindustrie bei Importen liegt auf der Hand: Erstens entgeht der hier ansäßigen Plattenfirma der Umsatz und zweitens – sofern überhaupt vorhanden – die Zählung für die Chartplatzierung, die eventuell auch für Airplay im Radio oder Musikfernsehen durchaus wichtig werden kann. Den Plattenfirmen aus Deutschland sollte also daran gelegen sein, ihre Produkte möglichst attraktiv für die heimischen Kunden zu gestalten. Aber ist dem auch so? Mitnichten!
Als ich dieser Tage nach dem neuen Album der amerikanischen Countryband “Lady Antebellum” war, stieß mir dies wieder sauer auf. Auf Amazon.de lässt sich das Album “Need You Now” ordern – sogar mit Amazon Prime. Kosten: 19,98 Euro – kein Versand. Trotz Amazon Prime dauert die Lieferzeit aber “1 bis 2 Monate”. Schaue ich nun beim amerikanischen Pendant Amazon.com, so kostet die CD dort nur einen Bruchteil: 11,98 USD – die amerikanischen Plattenindustrie hat schon vor einiger Zeit erkannt, dass man CDs direkt nach Erscheinen noch besser verkaufen kann, wenn man den Preis senkt (von 18,98 USD). Ganz im Gegensatz zum deutschen Markt – hier wird meist teuer eingeführt, um im Laufe der Zeit billiger zu werden (Ja, ich weiß, es gibt inzwischen auch Ausnahmen). Zu dem günstigen US-Preis kommen allerdings nochVersandkosten in Höhe von 8,97 USD. Also kostet mich die CD in den USA insgesamt: 20,95 USD. Bei derzeitigem Wechselkurs sind das 15,49 Euro. Die Lieferzeit wird mit 6 bis 8 Wochen angegeben. Ich warte also genauso lange, wie bei Amazon.de, bezahle aber fast 25 Prozent weniger. Wenn ich noch weitere CDs kaufe, dann spare ich aufgrund der nur einmal berechneten Versandkosten entsprechend mehr. Obacht – Wird ein bestimmter Wert überschritten muss selbstverständlich noch Einfuhrzoll gezahlt werden.
Ich stelle mir trotzdem die Frage: Warum soll ich also meine CDs von amerikanischen / internationalen Künstlern überhaupt noch in Deutschland kaufen?
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