Restrepo
- June 22nd, 2010
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Posts Tagged ‘Krieg’
Durch Zufall habe ich eben auf Zufall diesen Song entdeckt. Gar nicht schlecht, auch wenn man bedenkt, dass die Geschichte dahinter nicht stimmt, sondern auf einer “Urban legend” basiert. Die Moral bleibt trotzdem die gleiche: “But for every dream that shattered, another one comes true”.
It is the Soldier
by Charles M. Province
It is the Soldier, not the minister
Who has given us freedom of religion.
It is The Soldier, not the reporter,
Who has given us Freedom of the press.
It is The Soldier, not the poet,
Who has given us Freedom of speech.
It is The Soldier, not the campus organizer,
Who has given us Freedom to demonstrate.
It is The Soldier, not the lawyer,
Who has given us the right to a fair trial.
It is the Soldier, not the politician
Who has given us the right to vote.
It is The Soldier who salutes the flag,
Who serves beneath the flag and
Whose coffin is draped by the flag
Who allows the protester to burn the flag.
Der 25. April ist tiefverwurzelt im gesellschaftlichen Gedächtnis der Australier und Neuseeländer. Traditionell begehen sie an diesem Tag den ANZAC Day – einen der wichtigsten Feiertage des Landes. Am 25. April 1915 traten Soldaten aus Australien, Neuseeland und Tongo, dem ANZAC (Australian New Zealand Army Corps), ihren ersten Einsatz im 1. Weltkrieg an – Die Landung in Gallipoli. Eine Operation, die schrecklich fehlschlagen sollte (insgesamt werden die Verluste auf 500.000 geschätzt) aber die Identität der Nationen festigte. In den 80er Jahren wurde die Operation auch in dem Film “Gallipoli” mit Mel Gibson behandelt. Durch die Songs “The Foggy Dew” und “And the Band played Waltzing Matilda” ist die Kampagne im englisch-sprachigen Raum auch in der Musikkultur bekannt geworden.
Sowohl für das Osmanische Reich und die spätere Türkei, als auch für das Britische Empire hatte die Schlacht Folgen. Einer der tragenden Köpfen hinter der allierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944, Winston Churchill, wurde als Lord of the Admirality abgelöst – da die Landung auf Gallipoli, die auf seine Initiative gestartet worden war, ein unglaublicher Fehlschlag war. Mustafa Kemal, Befehlshaber der osmanischen Truppen, stieg zum Nationalheld auf und sollte als Gründer der Türkei in die Geschichte eingehen – unter einem neuen Namen: Atatürk (Vater der Türken).

Heute gehört die Türkei zur Nato, und mit Großbritannien, Neuseeland und Australien befreundet. Der Schlacht von Gallipoli wird mit dem “Dawn Service” – eine Zeremonie zum Sonnenaufgang am 25. April gemeinsam gedacht. Im Jahr 1934 fand Mustafa Kemal Atatürk die passenden Worte:
“Those heroes that shed their blood and lost their lives…
You are now living in the soil of a friendly country. Therefore rest in peace. There is no difference between the Johnnies and the Mehmets to us where they lie side by side here in this country of ours…
You, the mothers, who sent their sons from faraway countries wipe away your tears; your sons are now lying in our bosom and are in peace, after having lost their lives on this land they have become our sons as well.”
Atatürk, 1934
Lest we forget.
Eine Woche Wien – das volle (Touristen-)Programm mit Café-Häusern, Theater und Schnitzel.
Montagabend in Köln. Um 19.50 Uhr geht der Flieger nach Wien. Ganze acht Passagiere sind an Bord, mit dabei: ich und mein Bruder. Quasi ein Privatflug. Sehr nett. Kaum in Wien angekommen, schnappen wir uns unsere Koffer und fahren mit der U-Bahn nach Wien-Mitte (Landstraße), um von dort ein Taxi zum Hotel zu nehmen. In der U-Bahn sitzt uns ein nettes rumänisches Mädel gegenüber, das gerade aus London zurückgekehrt ist und so kommt es, dass wir – kaum in Wien angekommen – erstmal Englisch sprechen müssen.
Das Hotel befindet sich im 9. Bezirk, unweit der Votivkirche, in der Boltzmanngasse. Insgesamt ein netter Eindruck, hier und da besteht aber durchaus Renovierungsbedarf. Lustig war ein Erlebnis in der Hotelbar – dies fanden wir in seiner Gänze allerdings erst später heraus. Wir beziehen schnell die Zimmer und begeben uns noch in die Bar, um uns einen Schlummertrunk zu gönnen. Noch bevor wir platzgenommen haben, werden wir gefragt, was wir trinken wollen. “Ein normales – großes – Bier.” Gesagt, getan. Wir bekommen ein 0,5 l Bier. Zwei Tage später stellt sich heraus, dass es gar kein 0,5 l Bier auf der Karte gibt. Wir hatten das Bier zum selben Preis, wie das auf der Karte stehende 0,3l Bier bekommen. Das freut einen natürlich.
Tag 1
Am ersten Tag kaufen wir zunächst die “Wien-Karte”, die neben einem 72-Stunden-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel auch einige Rabatte für verschiedenste Gastronomien und Museen beinhaltet. Um uns einen Überblick zu verschaffen, gehen wir zum Schwedenmarkt und starten von dort eine Rundfahrt mit der Ringtram. Dabei fährt die Tram einmal über den Ring und über Kopfhörer werden einem die Sehenswürdigkeiten erläutert. Mehr als einen schnellen Überblick bekommt man dabei aber nicht – immerhin die Kopfhörer dürfen wir behalten.
Anschliessend geht es zum Arsenal in das Heeresgeschichtliche Museum. Hier wird die österreichische Militärgeschichte vom Anfang der stehenden Heere (mit Pikenieren und Musketieren) über die Türkenkriege, die Napoleonischen Kriege, die Kaiserzeit und den ersten und zweiten Weltkrieg gezeigt. Eine spannende Tour, die sich für Militär- und Geschichtsinteressierte auf jeden Fall lohnt. Besondere Stücke sind dabei das Fahrzeug, in dem Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde sowie die blutige Uniform, die er an jenem Tag an hatte. Dieses Ereignis gilt weithin als Auslöser des ersten Weltkriegs. Aus diesem Krieg sind weitere Exponate zu bestauen: Das berühmte deutsche Maschinengewehr 08/15, französische Chauchats, unterschiedlichste Varianten von Gewehren (Lee Enfield, Gewehr 98, etc.) mit und ohne Bajonett, verschiedenste Geschütze und Mörser. Im Sommer kann zudem ein Panzergarten besichtigt werden. Auch der zweite Weltkrieg wird ausgiebig behandelt. Ebenfalls mit vielen Originalstücken, von Uniformen, über Plakate und sogar eine Adolf-Hitler-Büste. Interessant ist außerdem der Teil über Österreich als Seemacht – mir war bisher garnicht bewusst, dass Venedig sowie Belgien einst zum Kaiserreich Österreich gehört hatten. Nach einem Mittagessen in den Arsenalsstuben – zu Touristenpreisen – geht es mehr oder weniger nur über die Straße zum Schloß Belvedere. Im Winter ist der Garten sich nicht ganz so schön, wie im Sommer, aber trotzdem einen Besuch wert. Die Kunstausstellungen im inneren des Schloßes schauen wir uns aber nicht an. Nach den obligatorischen Fotos geht es weiter über den Schwarzenbergplatz, an dem ein Denkmal für die Sowjetischen Soldaten im zweiten Weltkrieg steht, zum Karlsplatz und der berühmten Karlskirche. Von hier nehmen wir die Bahn zurück ins Hotel, um uns kurz auszuruhen und anschließend im Volkstheater der Aufführung von “Purple Rose of Cairo” beizuwohnen. Das Stück wird noch bis Ende Februar aufgeführt.
Tag 2
Der zweite Tag unserer Wien-Tour steht ganz im Zeichen des ersten Bezirks. Zu Fuß machen wir uns vom Hotel aus, über die Votivkirche, das Rathaus und das Burgtheater und das Parlament in Richtung Hofburg auf. Über Nacht hat Petrus die Stadt in zartes weiß getaucht. Wäre ich nicht mit meinem Bruder unterwegs könnten bei dieser Witterung, den alten Trams und den Fiakergespannen durchaus romantische Gefühle aufkommen. Im Hofburg-Café gönnen wir uns einen Mozartkaffee und einen Kaiserschmarrn. Anschließend geht es weiter in die Innenstadt, wo wir die Peterskirche besichtigen – interessant sind dabei die ausbordend geschmückten Gebeine zweier Heiliger, die man durch eine Glasscheibe in ihrem Schrein bewundern kann (-> Foto). Auch die Turmbesteigung in die Türmerstube des Steffls darf natürlich nicht fehlen – bei mehr als 300 Stufen allerdings entsprechend anstrengend.
Nach dem Ausblick, der aufgrund des Wetters doch etwas betrübt ausfällt, geht es schnell zum Michaelerplatz. Hier ist eine Führung durch das unbekannte, unterirdische Wien geplant. Nach einer kurzen Einführung anhand der römischen Ausgrabungen am Michaelerplatz geht es in die Michaelerkirche und die zugehörige Gruft. Aufgrund eine besonderen Belüftungstechnik sind hier viele der Leichname mumifiziert und gut erhalten. Unsere Führerin erläutert dabei mit viel Witz und Wissen die Geschichte und Hintergründe der Gruft. Da einige Särge offen sind, ist dies vielleicht nicht uneingeschränkt für alle Touristen geeignet, aber auf jeden fall interessant. So erfährt man etwa, warum viele Leichen aussehen, als würden sie schreien? Nach der Gruft – deren berühmtester “Bewohner” übrigens Pietro Metastasio ist – geht es in die Wirtschaftskeller des zugehörigen Klosters, wobei uns viel über die Geschichte der mehrere Stockwerke tiefen Keller in Wien und den damiteinhergehenden Probleme erzählt wird. Diese Führung lässt sich auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im legendären Café Sacher – bei gleichnamiger Torte – machen wir uns auf den Weg in den Stadtpark vorbei am Strauß-Denkmal und machen ein paar Fotos. Anschließend geht es wieder zurück ins Hotel, um nur noch kurz etwas zu essen und dann zu Bett zu gehen.
To be continued…
…kennt man in erster Linie wohl aus dem ersten und zweiten Weltkrieg. Aber auch aus den Einsatzgebieten der Bundeswehr gibt es ebenjene Feldpost, die einen erstaunlichen Einblick in den Alltag der Soldaten gewähren. Wahrscheinlich detaillierter und aufschlußreicher als manchem hier in Deutschland lieb ist. Das SZ-Magazin hat ein paar davon hier zusammengefasst. Lesenswert.
Dazu eine Kostprobe, die meine Meinung zum ganzen Hickhack um den Einsatz bestätigt:
Was den Angriff auf die Tanklaster angeht: In Deutschland ist die Lage ziemlich seltsam, wie ich finde, die Politiker waschen ihre Weste rein und schieben die Schuld dem armen Oberst Klein zu – ohne deren Mandat wären wir nicht hier und Oberst Klein hätte nicht so eine Entscheidung treffen müssen. So stehen wir Soldaten als schießgeile Rambos da, und unser Ansehen leidet in Deutschland noch mehr. Das ist übrigens auch ein Grund für mich, die Bundeswehr zu verlassen – mir fehlt einfach der Rückhalt für unseren Beruf in der Gesellschaft. Das Thema sorgt jedenfalls für ziemliche Verwirrung bei den einfachen Soldaten, die nun noch weniger wissen, wie sie eigentlich handeln sollen, ohne direkt vors Tribunal gestellt zu werden.
Oberleutnant Eva Weber*, 28, derzeit in Masar-i-Scharif.
Und ein kleiner noch, weil Weihnachten ist:
Die amerikanische Majorin hat einen kleinen Christbaum zwischen ihren Schreibtisch und meinen gestellt, und ich hab einen Kalender mit täglicher Schokolade hinter dem Türchen, das ist gar nicht so schlecht. Das Support Element lässt einen Christbaum aus DEU einfliegen, wie alles bei der Bundeswehr hat sogar der Christbaum eine Versorgungsnummer – unsere Logistik ist der Hammer. Und der Bundeswehrverband hat jedem Soldaten im Einsatz einen Schokonikolaus versprochen, die Einsatzbereitschaft des deutschen Heeres ist somit sichergestellt.
Stabsoffizier Hermann West, 40, Kabul 2008.
…oder Kampfeinsatz, oder wie man auch immer den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan nennen möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Afghanen den Begriff Krieg – oder Bürgerkrieg – bevorzugen würden. Sicher sagen kann ich das allerdings auch nicht.
In all der Diskussion über einen Luftschlag der Nato, der durch den Bundeswehr-Oberst Klein befohlen worden war, scheint es mir immer mehr so, als hätten die Menschen in Europa in den vergangenen 64 Jahren vergessen, was Krieg eigentlich bedeutet: Den Einsatz von Waffen. Mitunter auch gegen Menschen. Nein, ich möchte hier weder Krieg verherrlichen, noch zu Gewalt oder ähnlichem aufrufen. Aber wer seine Soldaten in einen Kampfeinsatz schickt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese auch von ihren Waffen Gebrauch machen könnten. Und so schlimm das auch klingen mag: Dabei kann es zu zivilen Opfern kommen. Die Betonung liegt auf “kann” – nach Möglichkeit ist das zu vermeiden, aber es ist nie ganz auszuschließen. Leider. Beides sollten wir aus den letzten großen Kriegen in Europa gelernt haben.
Sicherlich hat Oberst Klein in der Befehlskette Fehler gemacht und mit dem Befehl seine Kompetenzen überschritten. Abschliessend beurteilen kann und will ich das nicht. Dazu fehlen mir a) Fakten und b) die nötige Kompetenz. Aber mir stellt sich doch die Frage, inwiefern Zivilisten, die sich mitten in der Nacht an einem Tankwagen zu schaffen machen – zusammen mit den Taliban – als komplett unschuldig dargestellt werden. Und was zur Hölle machen eigentlich Kinder und Jugendliche mitten in der Nacht an zwei Tanklastern der Taliban? Wer im zweiten Weltkrieg seine Wohnung nicht verdunkelte, durfte sich auch nicht wundern, wenn das Haus von einer Bombe getroffen wurde. Ja, ich weiß, es geht um Menschenleben und ja, ich weiß auch, dass jedes Leben wertvoll ist und geschützt werden muss. Dennoch verstehe ich nicht, wie man sich so deutlich der Gefahr aussetzen kann und dann auch noch über die Konsequenz jammert. Ich lege mich auch nicht auf die Schienen und wundere mich dann, dass ein Zug kommt.
Ganz grundsätzlich tut sich dabei aber ein ganz anderes Problem auf: Die ISAF vor Ort wird auch von den dortigen Kräften nicht ernst genommen. Zudem fehlt den deutschen Streitkräften in Afghanistan a) die Rechtssicherheit ihres Mandates und Einsatzes sowie b) die Unterstützung der Heimat – sowohl durch Bevölkerung, als auch durch die Politik. Wenn man sich dazu entschließt in den Krieg zu ziehen, dann muss man sich über die Konsequenzen im Klaren sein – oder es am Besten gleich sein lassen. Bleibt bis zur endgültigen Klärung des Falles nur eins: Besser die Waffe zu Hause lassen, liebe Soldaten – es könnte Ärger geben, wenn ihr schießt.
Nachtrag:
Man mag von der Bild-Zeitung halten, was man mag, aber heute (14.12.2009) hat sie einen durchaus brauchbaren Artikel zu diesem Thema veröffentlicht.
Vielmehr geht es um die moralische Frage, ob wir als Land wollen, dass ein deutscher Oberst gezielt auf Menschen schießen lässt. Die Empörung darüber, dass so etwas im Krieg nun mal passiert, zeigt vor allem, wie wenig wir über diesen Krieg gewusst haben. Und wie wenig wir wissen wollten über die Menschen, die diesen Krieg führen müssen – mit all seinen tragischen Entscheidungen.
Ein Reporter der „New York Times“ schrieb vor Kurzem eine große Geschichte über die Deutschen und ihre Soldaten.
„Oft habe ich am Berliner Hauptbahnhof die traurigen, verlorenen Soldaten gesehen, von der Menge getrennt durch ihre Uniform. Nie blieb jemand stehen, um ihnen für ihren Dienst zu danken oder sie gar zu fragen, ob sie in Afghanistan gewesen sind“, schrieb der „New York Times“-Journalist. „Manchmal wurden die Soldaten sogar feindselig angesehen, während die meisten Menschen einfach so taten, als wären sie gar nicht da.“
Was ist das für ein Land, das seine Soldaten in einen Krieg schickt, für unser aller Sicherheit angeblich, aber diese Männer und Frauen am Bahnhof verächtlich anschaut?
Quelle: Bild.de
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