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Wien

Eine Woche Wien – das volle (Touristen-)Programm mit Café-Häusern, Theater und Schnitzel.
Montagabend in Köln. Um 19.50 Uhr geht der Flieger nach Wien. Ganze acht Passagiere sind an Bord, mit dabei: ich und mein Bruder. Quasi ein Privatflug. Sehr nett. Kaum in Wien angekommen, schnappen wir uns unsere Koffer und fahren mit der U-Bahn nach Wien-Mitte (Landstraße), um von dort ein Taxi zum Hotel zu nehmen. In der U-Bahn sitzt uns ein nettes rumänisches Mädel gegenüber, das gerade aus London zurückgekehrt ist und so kommt es, dass wir – kaum in Wien angekommen – erstmal Englisch sprechen müssen.

Das Hotel befindet sich im 9. Bezirk, unweit der Votivkirche, in der Boltzmanngasse. Insgesamt ein netter Eindruck, hier und da besteht aber durchaus Renovierungsbedarf. Lustig war ein Erlebnis in der Hotelbar – dies fanden wir in seiner Gänze allerdings erst später heraus. Wir beziehen schnell die Zimmer und begeben uns noch in die Bar, um uns einen Schlummertrunk zu gönnen. Noch bevor wir platzgenommen haben, werden wir gefragt, was wir trinken wollen. “Ein normales – großes – Bier.” Gesagt, getan. Wir bekommen ein 0,5 l Bier. Zwei Tage später stellt sich heraus, dass es gar kein 0,5 l Bier auf der Karte gibt. Wir hatten das Bier zum selben Preis, wie das auf der Karte stehende 0,3l Bier bekommen. Das freut einen natürlich.

Tag 1

Am ersten Tag kaufen wir zunächst die “Wien-Karte”, die neben einem 72-Stunden-Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel auch einige Rabatte für verschiedenste Gastronomien und Museen beinhaltet. Um uns einen Überblick zu verschaffen, gehen wir zum Schwedenmarkt und starten von dort eine Rundfahrt mit der Ringtram. Dabei fährt die Tram einmal über den Ring und über Kopfhörer werden einem die Sehenswürdigkeiten erläutert. Mehr als einen schnellen Überblick bekommt man dabei aber nicht – immerhin die Kopfhörer dürfen wir behalten.

Anschliessend geht es zum Arsenal in das Heeresgeschichtliche Museum. Hier wird die österreichische Militärgeschichte vom Anfang der stehenden Heere (mit Pikenieren und Musketieren) über die Türkenkriege, die Napoleonischen Kriege, die Kaiserzeit und den ersten und zweiten Weltkrieg gezeigt. Eine spannende Tour, die sich für Militär- und Geschichtsinteressierte auf jeden Fall lohnt. Besondere Stücke sind dabei das Fahrzeug, in dem Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo erschossen wurde sowie die blutige Uniform, die er an jenem Tag an hatte. Dieses Ereignis gilt weithin als Auslöser des ersten Weltkriegs. Aus diesem Krieg sind weitere Exponate zu bestauen: Das berühmte deutsche Maschinengewehr 08/15, französische Chauchats, unterschiedlichste Varianten von Gewehren (Lee Enfield, Gewehr 98, etc.) mit und ohne Bajonett, verschiedenste Geschütze und Mörser. Im Sommer kann zudem ein Panzergarten besichtigt werden. Auch der zweite Weltkrieg wird ausgiebig behandelt. Ebenfalls mit vielen Originalstücken, von Uniformen, über Plakate und sogar eine Adolf-Hitler-Büste. Interessant ist außerdem der Teil über Österreich als Seemacht – mir war bisher garnicht bewusst, dass Venedig sowie Belgien einst zum Kaiserreich Österreich gehört hatten. Nach einem Mittagessen in den Arsenalsstuben – zu Touristenpreisen – geht es mehr oder weniger nur über die Straße zum Schloß Belvedere. Im Winter ist der Garten sich nicht ganz so schön, wie im Sommer, aber trotzdem einen Besuch wert. Die Kunstausstellungen im inneren des Schloßes schauen wir uns aber nicht an. Nach den obligatorischen Fotos geht es weiter über den Schwarzenbergplatz, an dem ein Denkmal für die Sowjetischen Soldaten im zweiten Weltkrieg steht, zum Karlsplatz und der berühmten Karlskirche. Von hier nehmen wir die Bahn zurück ins Hotel, um uns kurz auszuruhen und anschließend im Volkstheater der Aufführung von “Purple Rose of Cairo” beizuwohnen. Das Stück wird noch bis Ende Februar aufgeführt.

Tag 2

Der zweite Tag unserer Wien-Tour steht ganz im Zeichen des ersten Bezirks. Zu Fuß machen wir uns vom Hotel aus, über die Votivkirche, das Rathaus und das Burgtheater und das Parlament in Richtung Hofburg auf. Über Nacht hat Petrus die Stadt in zartes weiß getaucht. Wäre ich nicht mit meinem Bruder unterwegs könnten bei dieser Witterung, den alten Trams und den Fiakergespannen durchaus romantische Gefühle aufkommen. Im Hofburg-Café gönnen wir uns einen Mozartkaffee und einen Kaiserschmarrn. Anschließend geht es weiter in die Innenstadt, wo wir die Peterskirche besichtigen – interessant sind dabei die ausbordend geschmückten Gebeine zweier Heiliger, die man durch eine Glasscheibe in ihrem Schrein bewundern kann (-> Foto). Auch die Turmbesteigung in die Türmerstube des Steffls darf natürlich nicht fehlen – bei mehr als 300 Stufen allerdings entsprechend anstrengend.

Nach dem Ausblick, der aufgrund des Wetters doch etwas betrübt ausfällt, geht es schnell zum Michaelerplatz. Hier ist eine Führung durch das unbekannte, unterirdische Wien geplant. Nach einer kurzen Einführung anhand der römischen Ausgrabungen am Michaelerplatz geht es in die Michaelerkirche und die zugehörige Gruft. Aufgrund eine besonderen Belüftungstechnik sind hier viele der Leichname mumifiziert und gut erhalten. Unsere Führerin erläutert dabei mit viel Witz und Wissen die Geschichte und Hintergründe der Gruft. Da einige Särge offen sind, ist dies vielleicht nicht uneingeschränkt für alle Touristen geeignet, aber auf jeden fall interessant. So erfährt man etwa, warum viele Leichen aussehen, als würden sie schreien? Nach der Gruft – deren berühmtester “Bewohner” übrigens Pietro Metastasio ist – geht es in die Wirtschaftskeller des zugehörigen Klosters, wobei uns viel über die Geschichte der mehrere Stockwerke tiefen Keller in Wien und den damiteinhergehenden Probleme erzählt wird. Diese Führung lässt sich auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen. Nach einem kurzen Zwischenstopp im legendären Café Sacher – bei gleichnamiger Torte – machen wir uns auf den Weg in den Stadtpark vorbei am Strauß-Denkmal und machen ein paar Fotos. Anschließend geht es wieder zurück ins Hotel, um nur noch kurz etwas zu essen und dann zu Bett zu gehen.

To be continued…

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Die Kapelle spielt auf…

Gestern Abend hat die grandiose Kapelle Petra wieder in Köln aufgespielt, diesmal im ziemlich vollen Underground. Als ich die  Band das erste Mal in Bielefeld gesehen hatte, waren vielleicht 30 Leute da. Mit einem ähnlich überschaubaren Publikum hatte auch diesmal gerechnet, aber weit gefehlt. Das Underground war wirklich gut besucht.

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Kapelle Petra während “Gewitter” im Underground

Wer die Kapelle kennt, der weiß was man von dieser Band erwarten kann. Immerhin beschreibt sich die Kombo selbst als “eine optische Kreuzung aus Fips Asmussen und Sepultura – akustisch so, als hätten Funny van Dannen und Helge Schneider Tocotronic beigebracht, wie man gute Musik macht.” Und meine Erwartungen wurden erfüllt: Die Show war erstklassig und die Bühnenskulptur namens Gazelle war immer ganz vorne mit dabei, ob als Baum bei “Gewitter”, als Polonaisenanführer bei “Pausenmusik”, als Dudelstaubsaugerspieler bei “Wo ich gern mal wär”. Die Kapelle hat gerockt. Als bei “Alles verkauft” sogar die Bühne vom Publikum gestürmt wurde, reagierte der Opa – der zu diesem Zeitpunkt als einziger auf der Bühne war – erstaunlich gelassen, während Ficken Schmidt und der tägliche Siepe, die kurzzeitig draussen waren, etwas irritiert um die Ecke schauten. Und obwohl Ficken Schmidt sich am Anfang einige Patzer erlaubte, bekam er am Ende doch noch sein Lied gespielt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Kapelle sich in der Zeit seit dem Auftritt in Bielefeld (das muss 2004 im Bunker gewesen sein), positiv weiterentwickelt hat. Die Show stimmt und es macht Spaß dabei zu sein. Gleichzeitig hat die Band ihren Stil beibehalten, insbesondere, wenn es um die Texte geht. Die sind nach wie vor irgendwie bescheuert und gleichzeitig genial. Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

Der Sound beim Konzert war insgesamt meiner Meinung nach okay, allerdings ein kleines bisschen zu laut, aber noch okay. Das kleine Feedback, was einmal auftauchte, störte wenig. Man kann nur hoffen, dass dem Opa nicht wieder die Gitarre geklaut wurde, wie beim letzten Auftritt in Köln. Fazit: Wenn die Kapelle mal in der Nähe spielt, sollte man sich das nicht entgehen lassen!


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